Masken

Venedig, die Stadt mit tausend Gesichtern oder vielmehr tausenden Masken. Zuerst wurden sie zum Karneval getragen, doch nach und nach fanden die Masken auch im Theater und manchmal sogar im täglichen Leben ihren Platz. An kaum einer Ecke gibt es sie nicht zu bewundern, in allen möglichen Farben und Formen, menschliche wie auch tierähnliche Masken.

Aber muss man wirklich so weit reisen, um Masken zu sehen? Trägt nicht jeder von uns hin und wieder eine? Zwar nicht im herkömmlichen Sinne, dennoch mit dem gleichen Ziel. Um sich dahinter zu verstecken und unsichtbar zu werden. Unerkannt hinter der Maske wird man weniger angreifbar.

Manche tragen sie durchgehend, nur wenige brauchen keine und dann gibt es die, die sie je nach Belieben auf und absetzen können.

Wer darf dahinter schauen? Was passiert, wenn ich sie absetze? Mag mein Gegenüber überhaupt mein wahres Gesicht? Oder behalte ich vielleicht aus Angst, Scham und Selbstzweifel die Maske an? Die Masken in Venedig, wie auch hier zu Lande, werden wie ein Schmuckstück behandelt, gehegt und gepflegt, damit sie keine Risse bekommen, im schlimmsten Falle sogar zerbrechen.

So scheinen die venezianischen Masken überall zugegen zu sein. Mal bunt, mal traurig oder mit einem breiten Lächeln versehen. Manchmal zeigen sie das halbe Gesicht, manchmal nur die Augen. Doch spätestens in der Nacht, wenn wir alleine sind und uns keiner sieht, sollten wir sie ablegen , damit wir uns nicht selbst vergessen und vor den eigenen Augen verschwinden.

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